Am 26. Juni 2026 nahmen der tlv thüringer lehrerverband, vertreten durch den Landesvorsitzenden Tim Reukauf, seine Stellvertreterin sowie die Sprecherin des Jungen tlv, Laura Lachmann, am Symposium „Wie sichern wir Unterrichtsqualität?“ an der Universität Erfurt teil. Die Veranstaltung fand im Kommunikations- und Informationszentrum (KIZ) statt und wurde anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät gemeinsam mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena ausgerichtet.
Hochkarätiges Fachsymposium zur Zukunft der Unterrichtsqualität
Das öffentliche Symposium widmete sich aktuellen Entwicklungen und Standards in der Lehrkräftebildung in Thüringen und darüber hinaus. Bereits die Zusammensetzung der Vortragenden und Diskutierenden zeigte den hohen Anspruch der Veranstaltung: Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Bildungspolitik, Lehrkräftebildung sowie der schulischen Praxis und der Schülerschaft brachten unterschiedliche Perspektiven ein.
Den fachlichen Auftakt bildete ein Impulsvortrag von Prof. Dr. Felicitas Thiel, stellvertretende Vorsitzende der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz. Dieser lieferte wichtige wissenschaftliche Grundlagen und aktuelle Erkenntnisse zur Sicherung und Weiterentwicklung von Unterrichtsqualität.
Vielschichtige Perspektiven in der Podiumsdiskussion
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die anschließende Podiumsdiskussion, die von Bildungsjournalist Jan-Martin Wiarda moderiert wurde. Diskutiert wurde mit Vertreterinnen und Vertretern aus verschiedenen Bereichen des Bildungssystems, darunter:
- Prof. Dr. Felicitas Thiel (Wissenschaft),
- Staatssekretär Dr. Bernd Uwe Althaus (Thüringer Bildungsministerium),
- Simone Fleischmann (Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes),
- Heike Scheika (Lehrkräfteausbildung Thüringen),
- Erik Sczygiol (Landesschülersprecher Thüringen),
- Felix Samuel Fricke (Lehramtsstudent). [uni-erfurt.de]
Die Diskussion machte deutlich, dass Unterrichtsqualität nicht isoliert betrachtet werden kann. Vielmehr ist sie das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels aus guter Ausbildung, verlässlichen Rahmenbedingungen, professioneller Unterstützung im Berufsalltag und einer klaren bildungspolitischen Strategie.
Besonders erfreulich: Simone Fleischmann auf dem Podium
Besonders positiv wurde aus Sicht des tlv die Teilnahme von Simone Fleischmann aufgenommen, der Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV). Ihre Beiträge zeichneten sich durch hohe Praxisnähe, klare bildungspolitische Positionierungen und einen starken Fokus auf die Bedürfnisse von Lehrkräften aus.
Sie unterstrich eindrucksvoll, dass Unterrichtsqualität nicht allein durch zusätzliche Anforderungen oder neue Programme verbessert werden kann, sondern vor allem durch die konsequente Stärkung der Profession Lehrkraft. Dazu gehören aus ihrer Sicht insbesondere:
- bessere Arbeitsbedingungen,
- mehr Zeit für pädagogische Kernaufgaben,
- sowie eine nachhaltige Entlastung im Schulalltag.
Diese Perspektiven trafen in vielen Punkten die Positionen des tlv und boten wichtige Anknüpfungspunkte für die weitere gewerkschaftliche Arbeit.
Wichtige Impulse für Thüringen
Im Verlauf des Symposiums wurde deutlich, dass Thüringen vor großen Herausforderungen steht: Fachkräftemangel, steigende Anforderungen an Schulen und die Sicherung einer flächendeckend hohen Unterrichtsqualität verlangen nach strukturellen Lösungen.
Dabei spielte auch die Lehrkräftebildung eine zentrale Rolle – von der universitären Ausbildung bis zur zweiten Phase und darüber hinaus in der Fort- und Weiterbildung. Ebenso wurde klar, dass Schülerperspektiven stärker einbezogen werden müssen, um Unterricht nachhaltig zu verbessern.
tlv bringt Perspektive der Praxis ein
Die Teilnahme des tlv unterstreicht die Bedeutung, solche Diskussionsformate aktiv zu begleiten und die Perspektive der Lehrkräfte einzubringen. Gerade im Austausch mit Wissenschaft und Politik sind solche Veranstaltungen wichtige Gelegenheiten, um Herausforderungen klar zu benennen und Lösungsansätze mitzugestalten.
Fazit
Das Symposium an der Universität Erfurt bot eine wertvolle Plattform für den Austausch über die Zukunft der Unterrichtsqualität. Es wurde deutlich, dass es keine einfachen Antworten gibt – wohl aber einen breiten Konsens darüber, dass gute Bildung verlässliche Rahmenbedingungen, gut ausgebildete Lehrkräfte und eine starke Unterstützung im System benötigt.
Für den tlv war die Veranstaltung nicht nur fachlich gewinnbringend, sondern auch ein wichtiges Signal für die weitere bildungspolitische Arbeit in Thüringen. Insbesondere die Impulse von Simone Fleischmann haben gezeigt, wie wichtig eine klare Interessenvertretung der Lehrkräfte für die Sicherung von Unterrichtsqualität ist.






