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tlv thüringer lehrerverband
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99096 Erfurt

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Unsere Meinung zu: Dänemark erlaubt Lehrern körperliche Gewalt

Der tlv thüringer lehrerverband steht uneingeschränkt für eine gewaltfreie Erziehung und Bildung an Thüringer Schulen. Schule muss ein sicherer Ort für Kinder, Jugendliche und Beschäftigte sein. Deshalb sehen wir die in Dänemark beschlossenen Regelungen, die Lehrkräften unter bestimmten Voraussetzungen körperliche Eingriffe gegenüber Schülerinnen und Schülern erlauben, kritisch. Pädagogische Konflikte sollten grundsätzlich durch pädagogische Maßnahmen, Deeskalation und professionelle Unterstützung gelöst werden.
Gleichzeitig dürfen wir jedoch die Realität an Schulen nicht ausblenden. Lehrkräfte stehen zunehmend vor Situationen, in denen sie zum Beispiel Verantwortung für die Sicherheit von Schülerinnen und Schülern übernehmen müssen. Wenn ein Kind beispielsweise auf einer Exkursion oder einem Wandertag bei einer roten Ampel auf die Straße laufen möchte, wird jede verantwortungsbewusste Lehrkraft eingreifen und das Kind notfalls am Arm festhalten, um Schaden abzuwenden. Niemand darf befürchten müssen, für ein solches Handeln im Interesse des Kindeswohls und der Gefahrenabwehr anschließend allein gelassen oder gar rechtlich angegriffen zu werden.
Aus Sicht des tlv besteht deshalb weniger Bedarf an einer Ausweitung körperlicher Eingriffsmöglichkeiten, sondern vielmehr an mehr Rechtssicherheit für Lehrkräfte in konkreten Gefahren- und Ausnahmesituationen. Lehrkräfte benötigen die Gewissheit, dass Schulleitungen, Schulverwaltung und Schulaufsicht hinter ihnen stehen, wenn sie verhältnismäßig handeln, um Schülerinnen und Schüler oder andere Beteiligte vor unmittelbaren Gefahren zu schützen.
Für Thüringen sehen wir daher aktuell keinen Nachholbedarf im Sinne einer gesetzlichen Erlaubnis körperlicher Zwangsmaßnahmen nach dänischem Vorbild. Was wir hingegen benötigen, sind klare Regelungen, praxisnahe Handlungsleitfäden und eine starke Unterstützungskultur für Lehrkräfte. Wer Verantwortung für die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen trägt, muss darauf vertrauen können, dass angemessenes und verhältnismäßiges Handeln nicht im Nachhinein zum persönlichen Risiko wird.
Unser Ziel bleibt eine starke Schule mit klaren Regeln, wirksamer Prävention, ausreichender personeller Unterstützung und einem respektvollen Miteinander. Gewalt darf weder von Schülerinnen und Schülern noch von Erwachsenen ausgehen. Der richtige Weg liegt deshalb nicht in der Einführung körperlicher Erziehungsmaßnahmen, sondern in der Stärkung der pädagogischen Handlungsmöglichkeiten und der rechtlichen Absicherung der Lehrkräfte.
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