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Gute Abiturnoten sind kein Zufall – Thüringen profitiert von klaren Leistungsanforderungen

Pressemitteilung des tlv thüringer lehrerverband
Gute Abiturnoten sind kein Zufall – Thüringen profitiert von klaren Leistungsanforderungen
Erfurt, 7. Juli 2026
Die aktuelle Debatte über eine angebliche „Bestnotenflut“ im Abitur greift nach Auffassung des tlv thüringer lehrerverband zu kurz. Zwar ist bundesweit ein Anstieg besonders guter Abiturergebnisse zu beobachten, doch sollten gute Leistungen von Schülerinnen und Schülern nicht pauschal als Ausdruck einer Noteninflation bewertet werden.
„Wer in Thüringen ein sehr gutes Abitur ablegt, hat sich dieses in aller Regel durch konsequente Leistung erarbeitet“, betont der Landesvorsitzende des tlv thüringer lehrerverband, Tim Reukauf.
Der tlv verweist dabei auf eine Besonderheit des Thüringer Schulsystems. Bereits mit der Besonderen Leistungsfeststellung (BLF) am Ende der Klassenstufe 10 müssen Schülerinnen und Schüler zeigen, dass sie den Anforderungen der gymnasialen Oberstufe gewachsen sind. Diese Leistungsüberprüfung wirkt als eine Art Qualitätssicherung auf dem Weg zum Abitur.
„Die BLF sorgt dafür, dass vor allem diejenigen Jugendlichen den Weg in die Oberstufe fortsetzen, die die notwendigen fachlichen Voraussetzungen mitbringen. Dadurch entsteht in Thüringen eine andere Ausgangslage als in manch anderem Bundesland“, so Reukauf, der selbst Gymnasiallehrer ist.
Der tlv warnt deshalb davor, gute Thüringer Abiturergebnisse vorschnell als Ausdruck einer vermeintlichen Noteninflation zu interpretieren. Vielmehr seien sie auch das Ergebnis einer leistungsorientierten Schullaufbahn und der hohen Anforderungen, die Schülerinnen und Schüler über viele Jahre hinweg erfüllen müssen.
Zugleich spricht der Verband den Thüringer Lehrkräften ausdrücklich Anerkennung aus.
„Wenn Schülerinnen und Schüler heute hervorragende Abiturergebnisse erzielen, dann ist das auch ein Verdienst der Lehrerinnen und Lehrer. Sie begleiten junge Menschen über Jahre hinweg, fördern sie individuell, gleichen Lernrückstände aus und bereiten sie mit großem Engagement unter oftmals schwierigsten Bedingungen auf die Abiturprüfungen vor“, erklärt Reukauf.
Mit Blick auf die bundesweite Diskussion merkt der tlv an, dass die Sorge um die Vergleichbarkeit von Abiturnoten durchaus berechtigt sei. Allerdings dürfe dabei nicht übersehen werden, dass die Bildungsqualität auch von der Unterrichtsqualität und dem Engagement der Lehrkräfte abhänge.
Eine kleine Spitze kann sich der Thüringer Lehrerverband dabei nicht verkneifen: „Wenn Thüringer Abiturientinnen und Abiturienten regelmäßig mit sehr guten Ergebnissen abschneiden, sollte man vielleicht nicht zuerst fragen, ob die Noten zu gut sind. Man könnte auch einmal darüber nachdenken, ob die Vorbereitung besonders gut ist.“
Der tlv fordert daher eine sachliche Debatte über Leistungsanforderungen und Vergleichbarkeit im deutschen Bildungssystem. Ziel müsse es sein, hohe Standards zu sichern, ohne die Leistungen erfolgreicher Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Lehrkräfte pauschal infrage zu stellen.
„Gute Noten sind dann ein Problem, wenn die Leistung dahinter fehlt. In Thüringen erleben wir vielmehr, dass gute Leistungen zu guten Noten führen. Das sollte eigentlich der Normalfall sein.“, so Reukauf abschließend.

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