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VBE-Bundesvorstand tagte in Berlin: Weichenstellungen für Bildungspolitik, Tariffragen und Verbandsentwicklung

Vom 17. bis 19. September 2026 kam der Bundesvorstand des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) in Berlin zu seiner turnusmäßigen Sitzung zusammen. Für den tlv thüringer lehrerverband nahm Landesvorsitzender Tim Reukauf an den Beratungen teil. Im Mittelpunkt standen zentrale bildungs- und berufspolitische Fragestellungen, die Vorbereitung der kommenden Bundesversammlung, tarif- und beamtenpolitische Entwicklungen sowie die strategische Weiterentwicklung des Verbandes.

 

Bereits beim gemeinsamen Abendessen am Donnerstagabend bot sich für die Vertreterinnen und Vertreter der Landesverbände die Möglichkeit zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung. Die eigentlichen Beratungen begannen am Freitagmorgen mit der offiziellen Eröffnung der Bundesvorstandssitzung. Neben der Begrüßung und dem Beschluss der Tagesordnung gedachte der Bundesvorstand verstorbener Kolleginnen und Kollegen, die sich über viele Jahre für Bildung und gewerkschaftliche Interessen eingesetzt hatten.

 

Bericht des Bundesvorsitzenden und Vorbereitung der Bundesversammlung

 

Ein zentraler Bestandteil der Freitagssitzung war der Bericht des Bundesvorsitzenden. Dabei wurden aktuelle bildungspolitische Entwicklungen auf Bundesebene, die Arbeit des Verbandes in den vergangenen Monaten sowie zukünftige Herausforderungen für Schulen, Lehrkräfte und Bildungseinrichtungen thematisiert.

 

Im Anschluss stand die Vorbereitung der nächsten Bundesversammlung auf der Tagesordnung. Diskutiert wurden eingereichte Anträge, organisatorische Fragen sowie die inhaltliche Ausrichtung der Veranstaltung. Ebenso wurden Fragen des Gedenkens und die weitere Planung des VBE-Forums erörtert. Ziel ist es, die Bundesversammlung als zentrales Entscheidungsgremium des Verbandes sowohl organisatorisch als auch inhaltlich bestmöglich vorzubereiten.

 

Projekte und Veranstaltungen des VBE

 

Breiten Raum nahm die Beratung zu laufenden Projekten und Veranstaltungen ein. Dabei wurde über die Ergebnisse der jüngsten Landtagswahlen gesprochen und deren mögliche Auswirkungen auf die Bildungspolitik in den Ländern bewertet. Weitere Themen waren Verbandsabfragen in den Landesverbänden, die Zusammenarbeit mit der dbb-Kampagne sowie aktuelle forsa-Befragungen und deren Bedeutung für die bildungspolitische Interessenvertretung.

 

Darüber hinaus wurde auf kommende Veranstaltungen wie die SCCON, den Deutschen Lehrertag sowie weitere Formate des Verbandes geblickt. Besonderes Augenmerk lag dabei auf Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und auf der Vorbereitung eines Gesundheitstages, der das Thema Lehrkräftegesundheit verstärkt in den Fokus rücken soll.

 

Digitalisierung und Datennutzung in Schulen

 

Ein besonderer Schwerpunkt der Sitzung war der Fokus-Halbtag zum Thema „Datennutzung in Schule“. In mehreren Fachbeiträgen und Diskussionen wurde der Umgang mit schulischen Daten, Fragen des Datenschutzes sowie die Nutzung von Daten für Schulentwicklung und Qualitätsmanagement behandelt. Dabei wurde deutlich, dass die digitale Transformation der Schulen nicht nur technische Lösungen, sondern auch klare rechtliche Rahmenbedingungen und eine umfassende Unterstützung der Beschäftigten erfordert.

 

Für den tlv ist dieses Thema von hoher Relevanz, da Schulen zunehmend mit digitalen Verwaltungsprozessen, Lernplattformen und datengestützten Steuerungsinstrumenten arbeiten müssen. Gleichzeitig darf dies nicht zu zusätzlicher Belastung der Lehrkräfte führen.

 

Mitgliederservice und Verbandsangebote

 

Mit einem Gastbeitrag von Alexander Konzack standen die Angebote der dbb Vorteilswelt, die dbb-App sowie weitere Serviceleistungen für Mitglieder im Mittelpunkt. Dabei wurde beraten, wie Mitglieder künftig noch besser erreicht und zusätzliche Mehrwerte geschaffen werden können. Tim Reukauf konnte hier die gute Zusammenarbeit in Thüringen am praktischen Beispiel erläutern.

 

Finanzen und Verbandsentwicklung

 

Der Samstag begann mit Beratungen zu Finanzfragen und zur Finanzordnung des Verbandes. Eine solide finanzielle Grundlage bleibt unverzichtbar, um die Interessen der Beschäftigten im Bildungsbereich wirksam vertreten zu können und gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit des Verbandes zu sichern.

 

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war die Weiterführung der strategischen Ausrichtung des VBE. Dabei ging es insbesondere darum, wie der Verband auf gesellschaftliche Veränderungen, den Lehrkräftemangel, die zunehmenden Herausforderungen an Schulen sowie veränderte Erwartungen seiner Mitglieder reagieren kann.

 

Tarif-, Beamten- und Bildungspolitik

 

Im Bereich Tarifpolitik wurde unter anderem auf das Tarif- und Beamtenseminar zurückgeblickt. Darüber hinaus stand die Vorbereitung kommender Entgeltrunden und Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst im Mittelpunkt. Diskutiert wurden Entwicklungen im TVöD, im Sozial- und Erziehungsdienst sowie Perspektiven für den TV-L und weitere Tarifbereiche.

 

Im Geschäftsbereich Schul- und Bildungspolitik wurden aktuelle bildungspolitische Herausforderungen erörtert. Dabei standen Fragen der Unterrichtsversorgung, der Qualitätssicherung sowie die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte im Mittelpunkt.

 

Auch beamtenpolitische Themen nahmen breiten Raum ein. So wurde über ein Positionspapier zum Berufsbeamtentum beraten. Gerade vor dem Hintergrund wachsender Personalprobleme in vielen Ländern bleibt die Sicherung attraktiver Beschäftigungsbedingungen für verbeamtete Lehrkräfte ein zentrales Anliegen des VBE.

 

Ergänzt wurden die Beratungen durch Berichte zur internationalen Arbeit des Verbandes und zu aktuellen Entwicklungen im europäischen Bildungsbereich.

 

Berichte der Querschnittsvertretungen

 

Neben den Fachbereichen berichteten auch die verschiedenen Querschnittsvertretungen des Verbandes über ihre Arbeit. Die VBE Frauen stellten aktuelle Projekte und Initiativen zur Gleichstellung und Förderung von Frauen im Bildungsbereich vor. Der Junge VBE berichtete über Aktivitäten zur Gewinnung und Unterstützung von Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern.

 

Die VBE Senioren informierten unter anderem über ihre Beratungstätigkeit sowie über aktuelle Entwicklungen aus dem Bereich der Seniorenvertretung. Auch Rückblicke auf Veranstaltungen des dbb-Seniorenbereichs standen auf der Tagesordnung.

 

Thüringer Interessen in Berlin vertreten

 

Für den tlv thüringer lehrerverband bot die Bundesvorstandssitzung erneut die Möglichkeit, die Interessen der Thüringer Lehrkräfte in die bundesweiten Diskussionen einzubringen und gleichzeitig wichtige Impulse für die Verbandsarbeit im Freistaat mitzunehmen.

 

Landesvorsitzender Tim Reukauf zog ein positives Fazit der Beratungen:

„Die Bundesvorstandssitzung hat gezeigt, dass die Herausforderungen im Bildungsbereich bundesweit ähnlich sind. Lehrkräftemangel, zunehmende Belastungen im Schulalltag, Fragen der Digitalisierung sowie die Attraktivität des Lehrerberufs beschäftigen alle Länder gleichermaßen. Für den tlv ist der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Landesverbänden deshalb außerordentlich wertvoll. Viele der diskutierten Themen werden auch die Bildungspolitik in Thüringen in den kommenden Monaten maßgeblich prägen.“

 

Mit zahlreichen neuen Impulsen, politischen Einschätzungen und konkreten Arbeitsaufträgen endete die Sitzung des VBE-Bundesvorstandes am Samstagmittag in Berlin. Der tlv wird die dort gewonnenen Erkenntnisse in seine weitere bildungs- und berufspolitische Arbeit einfließen lassen.

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