Pressemitteilung des tlv thüringer lehrerverband
tlv fordert mehr Personal, gezielte Förderung und verlässliche Investitionen in Bildungsgerechtigkeit
Erfurt, 22. September 2026
Der heute vorgestellte UNESCO-Weltbildungsbericht 2026 macht deutlich, dass Bildungserfolg weltweit und auch in Deutschland weiterhin stark von der sozialen Herkunft abhängt. Der tlv thüringer lehrerverband sieht sich in seinen langjährigen Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen für Schulen bestätigt und fordert die politisch Verantwortlichen auf, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.
„Die Erkenntnisse des Weltbildungsberichtes überraschen niemanden, der täglich in unseren Schulen arbeitet. Lehrkräfte erleben jeden Tag, dass Kinder und Jugendliche mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schulen kommen. Bildungsgerechtigkeit entsteht nicht durch wohlklingende Programme allein, sondern durch ausreichend Personal, gezielte Unterstützung und genügend Zeit für individuelle Förderung“, erklärt der Landesvorsitzende des tlv thüringer lehrerverband, Tim Reukauf.
Der Bericht zeigt, dass Fortschritte beim Abbau von Bildungsungleichheiten weltweit zu langsam erfolgen. Gleichzeitig wird deutlich, dass nachhaltige Verbesserungen nur durch langfristige politische Strategien und eine bedarfsgerechte Ressourcenausstattung erreicht werden können. Aus Sicht des tlv gilt dies in besonderem Maße auch für Thüringen.
„Wer gleiche Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen schaffen will, muss Schulen dort stärker unterstützen, wo die Herausforderungen besonders groß sind. Ein Verteilungssystem nach dem Gießkannenprinzip wird den tatsächlichen Bedürfnissen der Schulen nicht gerecht. Gerade Schulen mit erhöhtem Förderbedarf benötigen zusätzliche personelle und finanzielle Ressourcen“, so Reukauf.
Besondere Bedeutung misst der tlv der personellen Ausstattung der Schulen bei. Individuelle Förderung, Inklusion, Sprachförderung, Ganztagsangebote und die Begleitung sozialer Herausforderungen können nur gelingen, wenn ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen.
Der tlv fordert deshalb:
- eine dauerhaft gesicherte und bedarfsgerechte Finanzierung aller Schulen,
- eine verlässliche Unterrichtsversorgung durch ausreichend Lehrkräfte,
- den Ausbau multiprofessioneller Teams mit Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, Schulsozialarbeit sowie weiteren pädagogischen Fachkräften,
- mehr Zeit für individuelle Förderung, Elternarbeit und Kooperation,
- eine stärkere Förderung der frühkindlichen Bildung und gelingende Übergänge zwischen Kindertagesstätte und Schule,
- attraktive Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte und Schulleitungen.
Mit Blick auf die inklusive Bildung sieht der tlv ebenfalls erheblichen Handlungsbedarf. „Inklusion kann nur erfolgreich sein, wenn die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Lehrkräfte benötigen Unterstützung durch weitere Fachkräfte, kleinere Lerngruppen und ausreichende Ressourcen. Andernfalls drohen Überlastung der Beschäftigten und eine Beeinträchtigung der Bildungsqualität“, betont Reukauf.
Der tlv begrüßt die klare Aussage des UNESCO-Weltbildungsberichtes, dass Bildungsgerechtigkeit eine langfristige politische Aufgabe ist. Bund und Länder seien nun gefordert, die notwendigen Investitionen vorzunehmen.
„Jedes Kind hat ein Recht auf die bestmögliche Bildung, unabhängig von seiner sozialen Herkunft. Dafür brauchen unsere Schulen mehr als gute Absichten. Sie brauchen endlich die personellen, finanziellen und strukturellen Voraussetzungen, um diesem Anspruch gerecht werden zu können. Der Weltbildungsbericht liefert dafür eine klare Handlungsanweisung“, so Reukauf abschließend.
Pressekontakt:
tlv thüringer lehrerverband
Landesvorsitzender Tim Reukauf
t.reukauf@tlv.de
0361 30 25 26 31






